Volker H. Schendel – Vitamin D Research - Freier Wissenschaftsjournalist - http://www.urlaub.astrologiedhs.de/3.html

Wouter J. Hanegraaff : Esotericism and the Academy: Rejected Knowledge in Western Culture

http://www.amazon.co.uk/Esotericism-Academy-Rejected-Knowledge-Western/dp/0521196213/ref=la_B001JOKDBM_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1380807036&sr=1-3

http://anthroblog.anthroweb.info/2012/wissenschaft-und-esoterik-iii-weisheit-aus-dem-osten/#.UhpKOhZU9-c

Gerhard Kienle - Leben und Werk: Bd. 1: Eine Biographie / Bd. 2: Ausgewählte Aufsätze und Vorträge: 2 Bde. [Gebundene Ausgabe]

Peter Selg (Autor)

http://www.amazon.de/Gerhard-Kienle-Biographie-Ausgewählte-Aufsätze/dp/3723511651/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1384516714&sr=1-1&keywords=peter+selg+kienle

 

Rudolf Steiner 1861 - 1925. Lebens- und Werkgeschichte. 3 Bände im Schuber

Peter Selg (Autor) - Gebundene Ausgabe: 2148 Seiten

Verlag: Ita Wegman Institut (6. Dezember 2012)

ISBN-10: 3905919273 -                       ISBN-13: 978-3905919271

http://www.amazon.de/Rudolf-Steiner-1861-Lebens--Werkgeschichte/dp/3905919273/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1384516799&sr=1-1&keywords=peter+selg

 

 



Georgios Gemistos Plethon

Georgios Gemistos (* um 1355/1360 in Konstantinopel; † 26. Juni 1452 in Mystras in der Nähe des antiken Sparta), auch bekannt unter seinem ab 1439 verwendeten Pseudonym Plethon („der Reichhaltige“), war ein griechischer Philosoph in der Tradition des Platonismus.

Inhaltsverzeichnis  [Verbergen

            1 Leben

            2 Antichristliche Position

            3 Verfassungstheorie

            4 Aristoteleskritik

            5 Ausgaben

            6 Literatur

            7 Weblinks

            8 Anmerkungen

Leben[Bearbeiten]

Über Gemistos’ Herkunft gibt es nur Vermutungen, darunter die Hypothese, sein Vater sei Demetrios Gemistos gewesen, der als Protonotar der Hagia Sophia und später Groß-Sakellarios ein hochrangiger Würdenträger war. Seine Jugend verbrachte er wohl vorwiegend in Konstantinopel. Zeitweilig hat er sich im osmanischen Reich aufgehalten. In Adrianopel (heute Edirne), wo sich damals der Hof des osmanischen Sultans befand, soll sein Lehrer ein ansonsten unbekannter, angeblich averroistischer jüdischer Gelehrter namens Elischa (Elisaios) gewesen sein.[1] Nach der Jahrhundertwende verließ er Konstantinopel auf Wunsch von Kaiser Manuel II., der ihn zwar schätzte, aber vom hohen Klerus gedrängt wurde, den aus theologischer Sicht missliebigen Philosophen aus der Hauptstadt zu entfernen. Er übersiedelte nach Mystras, der wirtschaftlich und kulturell blühenden Hauptstadt des Despotats Morea (Peloponnes), das einen großen Teil des zusammengeschrumpften byzantinischen Staats ausmachte. Diesen Wohnsitz behielt er für den Rest seines Lebens. Die in Mistra regierenden Despoten Theodor I. (1383–1407), Theodor II. (1407–1443) und Konstantin (1428/1443–1449, später als Kaiser Konstantin XI.) gehörten dem herrschenden Kaisergeschlecht der Palaiologen an. Gemistos war Ratgeber nicht nur der Despoten, sondern auch der letzten byzantinischen Kaiser, die ihn reich beschenkten. Außerdem war er als hochrangiger Richter tätig. 1427 erhielt er vom Despoten Theodor II. die Festung und das Gebiet von Phanarion als Pronoia, womit er eine bedeutende Einkommensquelle erlangte. 1433 hielt er die Grabrede auf Theodors italienische Gattin.[2]

Sehr umstritten war damals die Frage der Kirchenunion zwischen der katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche. Wegen der verzweifelten militärischen Lage des Byzantinischen Reichs schien die Union politisch erforderlich, unter theologischem Aspekt stieß sie aber auf erbitterten Widerstand. Gemistos nahm gegen das Projekt Stellung.[3] 1438–39 weilte er aber als prominentes Mitglied einer von Kaiser Johannes VIII. persönlich geleiteten byzantinischen Delegation in Italien und nahm am Konzil von Ferrara/Florenz teil, wo die Union beschlossen wurde. Der Delegation gehörte auch Gemistos’ Schüler Bessarion an, ein bedeutender Humanist, der später Kardinal wurde. Auf die italienischen Humanisten und Cosimo de Medici machte Gemistos’ Persönlichkeit, Bildung und Beredsamkeit starken Eindruck. Für Marsilio Ficino war er gleichsam ein zweiter Platon.[4] Mit Cosimo bestanden allerdings Verständigungsschwierigkeiten, denn Gemistos verstand weder Italienisch noch Latein. Zu Gemistos’ italienischen Gesprächspartnern gehörte der bedeutende Kartograf Toscanelli, mit dem er geographische Fragen erörterte.

1453, ein Jahr nach Gemistos’ Tod, wurde Konstantinopel von den Türken erobert, 1460 kapitulierte Mistra. Wenige Jahre später kam der im Dienst Venedigs stehende Condottiere Sigismondo Malatesta auf einem Kriegszug nach Mistra, holte die Gebeine des Philosophen aus dem dortigen Grab und brachte sie 1466 nach Rimini, wo sich seither an einer äußeren Seitenwand des Tempio Malatestiano der Sarkophag des Gemistos befindet.

Antichristliche Position[Bearbeiten]

Äußerlich war das Leben des Philosophen von der Endphase des Untergangs von Byzanz geprägt. Als Berater der Kaiser und Despoten nahm er an den Entwicklungen aktiv Anteil. Aber er fasste den Zusammenbruch des byzantinischen Reichs und den Sieg der Muslime anders auf als seine orthodoxen Mitbürger, denn er war nicht wie sie im christlichen Glauben verwurzelt, sondern im Platonismus. Nach seiner Überzeugung war der christliche Staat ebenso wie auch der islamische eine historische Fehlentwicklung und dem Untergang geweiht, und die Zukunft gehörte einem neuen, nicht mehr christlichen, sondern an die klassische Antike anknüpfenden griechischen Staat. Dieser künftige Staat sollte sich an platonischen, pythagoreischen und zoroastrischen Prinzipien orientieren. Ein im Sinne der Platoniker aufgefasster antiker Polytheismus mit Zeus als höchstem Gott sollte an die Stelle des Christentums treten. Dafür entwarf Gemistos eine detaillierte Liturgie. Er nahm an, dass die Götter untereinander völlige Harmonie wahren, also nicht wie bei Homer Konflikte austragen, und dass sie sich freiwillig in ein hierarchisches System einordnen, das den Menschen zum Vorbild dient. Philosophisch betrachtete er die Götter anscheinend als Repräsentanten von ihnen jeweils zugeordneten Prinzipien, wie Einheit (Zeus) und Vielheit (Hera). Wie Platon, aber in scharfem Gegensatz zum Christentum hielt Gemistos das Weltall für anfangslos und unvergänglich und nur in einem übertragenen, nicht zeitlichen Sinn von Zeus "geschaffen". Hinsichtlich der Seele vertrat er die platonische Seelenwanderungslehre. Er fasste aber das Dasein der Seele in der materiellen Welt nicht als Strafe oder Unglück auf, sondern bejahte es als notwendig, sinnvoll und unabänderlich. Er nahm also kein für die Seele erreichbares Jenseits, keine Erlösungsperspektive an.

Mit diesen außerordentlich kühnen, angesichts der damaligen Machtverhältnisse utopisch anmutenden Ideen erweist sich Gemistos als einzigartige Erscheinung unter den Gebildeten seiner Zeit. Den kirchlichen Lehren mehr oder weniger entfremdete, antiken Vorbildern nacheifernde Humanisten gab es auch unter den lateinischsprachigen Gelehrten des Westens, aber keiner hat so radikal wie Gemistos mit den kirchlichen Dogmen gebrochen. Zu seinen antikirchlichen Thesen gehört auch die Lehre vom ethischen Recht auf Suizid, die er nachdrücklich vertrat. Er ging von einer Urreligion der Menschheit aus, aus der nach seiner Ansicht durch Verfälschung der ursprünglichen Wahrheit die unterschiedlichen Religionen und Bekenntnisse seiner Zeit entstanden waren.

Diese Haltung trug Gemistos die erbitterte Feindschaft des Klerus ein. Sein Hauptgegner war Gennadios II. Scholarios, der 1454 Patriarch von Konstantinopel wurde. Verfolgung wegen Häresie drohte Gemistos aber nicht; offenbar waren seine kirchlichen Gegner wegen seines hohen Ansehens am Hof außerstande, gegen ihn einzuschreiten. Außerdem wurde sein radikal antichristliches Spätwerk Nómon syngraphé erst nach seinem Tod bekannt (es wurde dann auf Befehl des Gennadios verbrannt, daher sind nur Fragmente erhalten). So konnte er in Mistra ungehindert arbeiten und seine Schüler unterrichten und erfreute sich bis zu seinem Tode hohen Ansehens. Die meisten seiner griechischen Schüler waren ebenso wie seine Bewunderer unter den westlichen Gelehrten gemäßigte Humanisten, die seine antichristlichen Thesen nicht übernahmen. Zu seinen Schülern zählten neben Bessarion der Metropolit von Ephesos Markos Eugenikos, der ein führender Gegner der Kirchenunion mit den Katholiken war, und der Geschichtsschreiber Laonikos Chalkokondyles (Chalkondyles).

Verfassungstheorie[Bearbeiten]

Die Verfassungstheorie des Gemistos ist in seinem nur teilweise erhaltenen Hauptwerk Nómon syngraphé (kurz Nomoi) sowie in Denkschriften an die Kaiser Manuel II. und Johannes VIII. und den Despoten Theodor II. dargestellt. Sie wurde anscheinend später von Erasmus von Rotterdam und Thomas Morus studiert und beeinflusste wahrscheinlich die Utopia des Morus. Zentrale Elemente sind:

   ein monarchisches System, wobei der Herrscher auf philosophische Ratgeber hören soll. Diese sollen nicht besonders reich sein, da sie sonst ihrer Geldgier folgen, aber auch nicht arm, da sie sonst bestechlich sind.

   Einteilung des Volks in drei Stände (Bauern, Gewerbetreibende und Beamte/Staatslenker)

   keine Wehrpflicht der Steuerpflichtigen und Steuerfreiheit der Soldaten, reine Berufsarmee, Ablehnung des Söldnerwesens

   fester Steuersatz: ein Drittel des landwirtschaftlichen Ertrags. Keine sonstigen Belastungen der Bauern durch Abgaben und Dienstleistungspflichten

   Das Mönchtum wird als parasitisch kritisiert, es darf nicht mit Steuergeldern gefördert werden.

   Abschaffung der Verstümmelungsstrafen, da sie den Bestraften bei der Ausführung nützlicher Tätigkeiten behindern; Betonung der Resozialisierung im Strafrecht, aber (ähnlich wie in Platons Nomoi) reichliche Anwendung der Todesstrafe

   Sozialbindung des Grundbesitzes, der mit der Verpflichtung zu landwirtschaftlicher Nutzung verbunden sein soll, denn das Land ist gemeinsames Eigentum aller Einwohner. Vernachlässigt ein Grundbesitzer diese Pflicht, so darf jeder dort etwas anbauen; der Ertrag gehört dann abzüglich der Steuern dem, der ihn erwirtschaftet hat. Mit dieser Forderung zielte Gemistos auf die riesigen, teils brachliegenden kirchlichen Ländereien.

Die Nomoi wurden später am Hof Sultan Mehmets II. teilweise ins Arabische übersetzt.

Aristoteleskritik[Bearbeiten]

1439 verfasste Gemistos in Florenz die Abhandlung Worin Aristoteles nicht mit Platon übereinstimmt. Der gängige Titel lautet Über die Unterschiede zwischen Aristoteles und Platon. In dieser Kampfschrift verteidigte er die Lehren Platons gegen die Kritik des Aristoteles. Das Werk wurde in Eile auf dem Krankenlager geschrieben, wobei Gemistos aus dem Gedächtnis zitierte; dabei unterliefen ihm mancherlei Fehler. Sein bleibendes Verdienst war es aber, die Aufmerksamkeit nachhaltig auf fundamentale Gegensätze zwischen aristotelischer und platonischer Philosophie gelenkt zu haben. Diese Gegensätze wurden damals wegen der harmonisierenden Tendenz vieler Humanisten zu wenig beachtet. Außerdem kritisierte Gemistos die arabischen Kommentatoren, vor allem ibn Rušd (Averroes), dem er Verfälschung der kommentierten Lehren vorwarf. Er behauptete, die antike Welt habe Platon stets über Aristoteles gestellt; erst durch den verhängnisvollen Einfluss des Averroes habe man begonnen, Aristoteles vorzuziehen.

In der Ethik kritisiert Gemistos, Aristoteles habe der Lust einen zu hohen Rang zugewiesen, statt sie wie Platon dem Streben nach dem Guten unterzuordnen. Er bekämpft auch die aristotelische Mesotes-Lehre, wonach die Tugend ein Mittleres zwischen zwei Extremen darstellt (etwa Tapferkeit zwischen Tollkühnheit und Feigheit). Dagegen wendet er ein, dass eine solche Definition die Tugend quantitativ und nicht nach ihrer eigenen Qualität (ihrem Wesen) bestimme. Besonders nachdrücklich wendet sich Gemistos gegen die aristotelische Metaphysik, welche zufällige, regellose Ereignisse annimmt. Er tritt für den Determinismus ein und meint, dass alles, was geschieht, eine Ursache hat und sich mit Notwendigkeit vollzieht.

Die Gegenposition vertrat auch auf diesem Gebiet Gennadios II. Scholarios, der eine Schrift zur Verteidigung des Aristoteles verfasste. Darauf reagierte Gemistos mit einer polemischen Gegenschrift.

In Italien fand Gemistos’ Aristoteles-Kritik nach der Beendigung des Konzils relativ wenig Resonanz. Seine Kampfschrift wurde im 15. Jahrhundert nicht ins Lateinische übersetzt und erst 1540 in Venedig gedruckt.[5]

Ausgaben[Bearbeiten]

   Enrico V. Maltese (Hrsg.): Georgii Gemisti Plethonis contra Scholarii pro Aristotele obiectiones. Teubner, Leipzig 1988, ISBN 3-322-00460-0 (kritische Ausgabe)

   Enrico V. Maltese (Hrsg.): Georgii Gemisti Plethonis opuscula de historia Graeca. Teubner, Leipzig 1989, ISBN 3-322-00674-3 (kritische Ausgabe)

   Brigitte Tambrun-Krasker (Hrsg.): Magika logia tōn apo Zōroastrou magōn. Geōrgiou Gemistou Plēthōnos exēgēsis eis ta auta logia. Oracles Chaldaïques. Recension de Georges Gémiste Pléthon. Vrin, Paris u. a. 1995, ISBN 2-7116-9832-7 (kritische Ausgabe von Plethons Sammlung der Chaldäischen Orakel sowie seines Kommentars und seiner „kurzen Erklärung“ mit französischer Übersetzung und Kommentar; hinzu kommt S. 157–171 die von Michel Tardieu herausgegebene arabische Fassung der Sammlung mit französischer Übersetzung)

Literatur[Bearbeiten]

   Wilhelm Blum, Walter Seitter (Hrsg.): Georgios Gemistos Plethon. (1355–1452). Reformpolitiker, Philosoph, Verehrer der alten Götter. Diaphanes, Zürich 2005, ISBN 3-935300-98-0 (Tumult 29) (enthält deutsche Übersetzungen von Schriften des Gemistos)

   Wilhelm Blum: Georgios Gemistos Plethon. Politik, Philosophie und Rhetorik im spätbyzantinischen Reich (1355–1452). Hiersemann, Stuttgart 1988, ISBN 3-7772-8806-3 (Bibliothek der griechischen Literatur, Abteilung Byzantinistik 25, ISSN 0340-7853) (enthält deutsche Übersetzungen von Schriften des Gemistos)

   Thomas Sören Hoffmann: Philosophie in Italien. Eine Einführung in 20 Porträts. Marix, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-86539-127-8

   François Masai: Pléthon et le platonisme de Mistra, Les Belles Lettres, Paris 1956

   Brigitte Tambrun: Pléthon. Le retour de Platon. Vrin, Paris 2006, ISBN 978-2-7116-1859-0

   Christopher M. Woodhouse: George Gemistos Plethon. The Last of the Hellenes. Clarendon Press, Oxford 1986, ISBN 0-19-824767-2

Weblinks[Bearbeiten]

   Literatur von und über Georgios Gemistos Plethon im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

   Aufsatz von Anna Akasov über die Nomoi

   Aufsatz von Darien C. DeBolt über Gemistos' philosophische Theologie

 

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Gemistus Pletho

Georgius Gemistus (Greek: Γεώργιος Γεμιστός; ca. 1355–1452/1454) — later called Plethon or Pletho (Greek: Πλήθων) — was a Greek scholar of Neoplatonic philosophy. He was one of the chief pioneers of the revival of Greek learning in Western Europe. In the dying years of the Byzantine Empire, he advocated a return to the Olympian gods of the ancient world.[1]

He re-introduced Plato's thoughts to Western Europe during the 1438 - 1439 Council of Florence, a failed attempt to reconcile the East-West schism. Here Pletho met and influenced Cosimo de' Medici to found a new Platonic Academy, which, under Marsilio Ficino, would proceed to translate into Latin all Plato's works, the Enneads of Plotinus, and various other Neoplatonist works.

Contents  [hide

            1 Biography

                        1.1 Early life and study

                        1.2 Teacher and magistrate in Mistra

                        1.3 Lecturing in Florence

                        1.4 Mystery school

            2 Writings

                        2.1 Reform of the Peloponnese

                        2.2 De Differentiis

                        2.3 Nómoi

                        2.4 Summary

                        2.5 Other works

            3 See also

            4 References

            5 Sources

            6 External links

Biography[edit source | editbeta]

Early life and study[edit source | editbeta]

George Gemistos was born some time after 1355, probably in Constantinople.[2] As a young man he went to study at Adrianopolis, by now the Ottoman capital following its capture by the Ottoman Sultan Murad I in 1365. Adrianopolis was now a centre of learning modelled by Murat on the caliphates of Cairo and Baghdad.[2] He admired Plato (Greek: Plátōn) so much that late in life he took the similar-meaning name Plethon.[3] In c1407 Gemistos left Adrianopolis and travelled through Cyprus, Palestine and other places,[2] finally settling in Mistra,[4] in the Despotate of Morea.

Teacher and magistrate in Mistra[edit source | editbeta]

In Mistra he taught and wrote philosophy, astronomy, history and geography, and compiled digests of many classical writers. His pupils included Basilios Bessarion and George Scholarius (later to become Patriarch of Constantinople and Plethon's enemy). He was made chief magistrate by Theodore II.[2]

Plethon was the author of De Differentiis, a detailed comparison between Plato and Aristotles' conceptions of God. Scholarios later defended Aristotle and convinced the Byzantine emperor Manuel II Palaiologos that Plethon's support for Plato amounted to heresy. Manuel had Plethon confined in Mistra, though he remained something of a celebrity. In 1415 and 1418[4] he wrote pamphlets to Theodore and Manuel describing how the Empire could be reorganized according to Plato's Republic, with political, legal and economic reforms, and gained even greater reputation as a legal thinker, with rumours that he carried entire legal codes in his memory.[2] He also wrote a Summary of the Doctrines of Zoroaster and Plato, which detailed his own eclectic polytheistic beliefs. These works did not help to clear him of the charge of heresy. He also wrote about the condition of the Peloponnesus, compiled several volumes of excerpts from ancient authors, and wrote a number of works on geography, music, and other subjects.

Lecturing in Florence[edit source | editbeta]

In 1428 Gemistos was consulted by Emperor John VIII on the issue of unifying the Greek and Latin churches, and advised that both delegations should have equal voting power.[2] Byzantine scholars had been in contact with their counterparts in Western Europe since the time of the Latin Empire, and especially since the Byzantine Empire had begun to ask for Western European help against the Ottomans in the 14th century. Western Europe had some access to ancient Greek philosophy through the Roman Catholic Church and the Muslims, but the Byzantines had many documents and interpretations that the Westerners had never seen before. Byzantine scholarship became more fully available to the West after 1438, when Byzantine emperor John VIII Palaeologus attended the Council of Ferrara, later known as the Council of Florence, to discuss a union of the Orthodox and Catholic churches. Despite being a secular philosopher, Plethon was chosen to accompany John VIII on the basis of his renowned wisdom and morality. Other delegates included Plethon's former students Bessarion, Mark Eugenikos and Scholarios.[5]

As a secular scholar, Plethon was often not needed at the council. Instead, at the invitation of some Florentine humanists he set up a temporary school to lecture on the difference between Plato and Aristotle. Few of Plato's writings were studied in the Latin West at that time,[6] and he essentially reintroduced much of Plato to the Western world, shaking the domination which Aristotle had come to exercise over Western European thought in the high and later middle ages. Cosimo de' Medici attended these lectures and was inspired to found the Accademia Platonica in Florence, where Italian students of Plethon continued to teach after the conclusion of the council.[5] Because of this, Plethon is considered one of the most important influences on the Italian Renaissance. Marsilio Ficino, the Florentine humanist and the first director of the Accademia Platonica, paid Plethon the ultimate honour, calling him 'the second Plato', while Cardinal Bessarion speculated as to whether Plato's soul occupied his body. Plethon may also have been the source for Ficino's Orphic system of natural magic.[2]

While still in Florence, Plethon summarised his lectures in a volume titled On the Differences of Aristotle from Plato, commonly called De Differentiis. George Scholarius responded with a Defence of Aristotle, which elicited Plethon's subsequent Reply. Expatriate Byzantine scholars and later Italian humanists continued the argument.[5]

Mystery school[edit source | editbeta]

On his return to the Peloponnese, Gemistos founded a school. He taught polytheism as opposed to monotheism, and some of his students prayed to statues of the pagan deities.[2]

Pletho died in Mistra in 1452, or in 1454, according to J. Monfasani. In 1466, some of his Italian disciples, headed by Sigismondo Pandolfo Malatesta, stole his remains from Mistra and interred them in the Tempio Malatestiano in Rimini, "so that the great Teacher may be among free men".

Writings[edit source | editbeta]

Reform of the Peloponnese[edit source | editbeta]

Believing that the Peloponnesians were direct descendents of the ancient Hellenes, Pletho rejected Justinian's idea of a universal Empire in favour of recreating the Hellenistic civilization, the zenith of Greek influence,[7] In his 1415 and 1418 pamphlets urged Manuel II and his son Theodore to turn the peninsula into a cultural island with a new constitution of strongly centralised monarchy advised by a small body of middle-class educated men. The army must be composed only of professional native Greek soldiers, who would be supported by the taxpayers, or "Helots" who would be exempt from military service. Land was to be publicly owned, and a third of all produce given to the state fund; incentives would be given for cultivating virgin land. Trade would be regulated and the use of coinage limited, barter instead being encouraged; locally available products would be supported over imports. Mutilation as a punishment would be abolished, and chain gangs introduced. Homosexuals, as sexual deviants, would be burnt at the stake. In these pamphlets Plethon touched little on religion, although he expressed disdain for monks, who "render no service to the common good". He vaguely prescribed three religious principles: belief in a supreme being; that this being has concern for mankind; and that it is uninfluenced by gifts or flattery. Manuel and Theodore did not act on any of these reforms.[4]

De Differentiis[edit source | editbeta]

In De Differentiis Plethon compares Aristotle's and Plato's conceptions of God, arguing that Plato credits God with more exalted powers as "creator of every kind of intelligible and separate substance, and hence of our entire universe", while Aristotle has Him as only the motive force of the universe; Plato's God is also the end and final cause of existence, while Aristotle's God is only the end of movement and change.[5] Plethon derides Aristotle for discussing unimportant matters such as shellfish and embryos while failing to credit God with creating the universe,[5] for believing the heavens are composed of a fifth element, and for his view that contemplation was the greatest pleasure; the latter aligned him with Epicurus, Plethon argued, and he attributed this same pleasure-seeking to monks, whom he accused of laziness.[2] Later, in response to Gennadius' Defence of Aristotle, Plethon argued in his Reply that Plato's God was more consistent with Christian doctrine than Aristotle's, and this, according to Darien DeBolt, was probably in part an attempt to escape suspicion of heterodoxy.[5]

Nómoi[edit source | editbeta]

After his death, Pletho's Nómon singrafí (Νόμων συγγραφή) or Nómoi (Νόμοι "Book of Laws") was discovered. He had been compiling it throughout most of his adult life, and it became famous as the most heretical of his works, detailing his esoteric beliefs.[2] It came into the possession of Princess Theodora, wife of Demetrios, despot of Morea. Theodora sent the manuscript to Scholarius, now Gennadius II, Patriarch of Constantinople, asking for his advice on what to do with it; he returned it, advising her to destroy it. Morea was under invasion from Sultan Mehmet II, and Theodora escaped with Demetrios to Constantinople where she gave the manuscript back to Gennadius, reluctant to destroy the only copy of such a distinguished scholar's work herself. Gennadius burnt it in 1460, however in a letter to the Exarch Joseph (which still survives) he details the book, providing chapter headings and brief summaries of the contents.[5] It seemed to represent a merging of Stoic philosophy and Zoroastrian mysticism, and discussed astrology, daemons and the migration of the soul. He recommended religious rites and hymns to petition the classical gods, such as Zeus, whom he saw as universal principles and planetary powers. Man, as relative of the gods, should strive towards good. Plethon believed the universe has no beginning or end in time, and being created perfect, nothing may be added to it. He rejected the concept of a brief reign of evil followed by perpetual happiness, and held that the human soul is reincarnated, directed by the gods into successive bodies to fulfill divine order. This same divine order, he believed, governed the organisation of bees, the foresight of ants and the dexterity of spiders, as well as the growth of plants, magnetic attraction, and the amalgamation of mercury and gold.[2]

Pletho drew up plans in his Nómoi to radically change the structure and philosophy of the Byzantine Empire in line with his interpretation of Platonism. The new state religion was to be founded on a hierarchical pantheon of Pagan Gods, based largely upon the ideas of Humanism prevalent at the time, incorporating themes such as rationalism and logic. As an ad-hoc measure he also supported the reconciliation of the two churches in order to secure Western Europe support against the Ottomans.[8] He also proposed more practical, immediate measures, such as rebuilding the Hexamilion, the ancient defensive wall across the Isthmus of Corinth, which had been breached by the Ottomans in 1423.

The political and social elements of his theories covered the creation of communities, government (he promoted benevolent monarchy as the most stable form), land ownership (land should be shared, rather than individually owned), social organisation, families, and divisions of sex and class. He believed that labourers should keep a third of their produce, and that soldiers should be professional. He held that love should be private not because it is shameful, but because it is sacred.[2]

Summary[edit source | editbeta]

Plethon's own summary of the Nómoi also survived, amongst manuscripts held by his former student Bessarion. This summary, titled Summary of the Doctrines of Zoroaster and Plato, affirms the existence of a pantheon of gods, with Zeus as supreme sovereign, containing within himself all being in an undivided state; his eldest child, motherless, is Poseidon, who created the heavens and rules all below, ordaining order in the universe. Zeus' other children include an array of "supercelestial" gods, the Olympians and Tartareans, all motherless. Of these Hera is third in command after Poseidon, creatress and ruler of indestructible matter, and the mother by Zeus of the heavenly gods, demi-gods and spirits. The Olympians rule immortal life in the heavens, the Tartareans mortal life below, their leader Kronos ruling over mortality altogether. The eldest of the heavenly gods is Helios, master of the heavens here and source of all mortal life on earth. The gods are responsible for much good and no evil, and guide all life towards divine order. Plethon describes the creation of the universe as being perfect and outside of time, so that the universe remains eternal, without beginning or end. The soul of man, like the gods is immortal and essentially good, and is reincarnated in successive mortal bodies for eternity at the direction of the gods.[5]

Other works[edit source | editbeta]

Many of Pletho's other works still exist in manuscript form in various European libraries. Most of Pletho's works can be found in J. P. Migne, Patrologia Graeca, collection; for a complete list see Fabricius, Bibliotheca Graeca (ed. Harles), xii.

See also[edit source | editbeta]

   Christian heresy

   Byzantine scholars in the Renaissance

References[edit source | editbeta]

1.^ Richard Clogg, Woodhouse, Christopher Montague, fifth Baron Terrington (1917–2001)’, Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, Jan 2005

2.^ a b c d e f g h i j k l Merry, Bruce (2002) "George Gemistos Plethon (c. 1355/60–1452)" in Amoia, Alba & Knapp, Bettina L., Multicultural Writers from Antiquity to 1945: A Bio-Bibliographical Sourcebook. Greenwood Publishing Group.

3.^ Πλήθων: "the full", pronounced [ˈpliθon]. Plethon is also an archaic translation of the Greek γεμιστός/yemistós ("full, stuffed")

4.^ a b c Burns, James Henderson (ed.) (1991). The Cambridge History of Medieval Political Thought C. 350 - C. 1450. Cambridge University Press. pp. 77–8.

5.^ a b c d e f g h DeBolt, Darien C. (1998) George Gemistos Plethon on God: Heterodoxy in Defence of Orthodoxy. A paper delivered at the Twentieth World Congress of Philosophy, Boston, Mass. Retrieved 2008-11-20.

6.^ Timaeus in the partial translation of Calcidius was available; Henricus Aristippus' 12th century translation of the Meno and Phaedo was available, but obscure; Leonardo Bruni's translations of the Phaedo, Apology, Crito and Phaedrus appeared only shortly before Plethon's visit. (DeBolt)

7.^ James Henderson Burns, The Cambridge history of medieval political thought c. 350-c. 1450, Cambridge University Press, 1988

8.^ Journal of Hellenic Studies, Vol. 7, p.356

Sources[edit source | editbeta]

    This article incorporates text from a publication now in the public domain: Chisholm, Hugh, ed. (1911). Encyclopædia Britannica (11th ed.). Cambridge University Press.

   Darien C. DeBolt Paper on De Differentiis

   Benakis, A. G. - Baloglou, Ch. P., Proceedings of the International Congress of Plethon and His Time, Mystras, 26–29 June 2002, Athens-Mystras, 2003 ISBN 960-87144-1-9

   Brown, Alison M., 'Platonism in fifteenth century Florence and its contribution to early modern political thought', Journal of Modern History 58 (1986), 383-413.

   Harris, Jonathan, 'The influence of Plethon's idea of fate on the historian Laonikos Chalkokondyles', in: Proceedings of the International Congress on Plethon and his Time, Mystras, 26–29 June 2002, ed. L.G. Benakis and Ch.P. Baloglou (Athens: Society for Peloponnesian and Byzantine Studies, 2004), pp. 211–17

   Keller, A., 'Two Byzantine scholars and their reception in Italy',in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 20 (1957), 363-70

   Mandilas, Kostas, Georgius Gemistos Plethon (Athens 1997)* ISBN 960-7748-08-5

   Masai, François, Pléthon et le platonisme de Mistra (Paris, 1956)

   Monfasani, John, 'Platonic paganism in the fifteenth century', in: John Monfasani, Byzantine Scholars in Renaissance Italy: Cardinal Bessarion and Other Émigrés, (Aldershot, 1995), no. X

   Runciman, Steven, The Last Byzantine Renaissance (Cambridge, 1970)

   Setton, Kenneth M. 'The Byzantine background to the Italian Renaissance', in: Proceedings of the American Philosophical Society, 100 (1956), 1-76.

   Tambrun, Brigitte. Pléthon. Le retour de Platon, Paris, Vrin, 2006 ISBN 2-7116-1859-5

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   Tambrun-Krasker, Brigitte, Magika logia tôn apo Zoroastrou magôn, Georgiou Gemistou Plêthônos Exêgêsis eis ta auta logia. Oracles chaldaïques. Recension de Georges Gémiste Pléthon. Edition critique avec introduction, traduction et commentaire par Brigitte Tambrun-Krasker. La recension arabe des Magika logia par Michel Tardieu, Corpus Philosophorum Medii Aevi, Philosophi Byzantini 7, Athens-The Academy of Athens, Paris, Librairie J. Vrin, Bruxelles, éditions Ousia, 1995, LXXX+187 p.

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External links[edit source | editbeta]

   Gemistus Pletho at the Mathematics Genealogy Project

   http://lem.vjf.cnrs.fr/fichecerl/tambrun.html

   http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00293398/fr/

   http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00293417/fr/

Works by or about Gemistus Pletho in libraries (WorldCat catalog)

 

 

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Plethon in Italien

So verzweifelt die politische Lage in den Jahrzehnten vor der Eroberung Konstantinopels auch war, die geistige und kulturelle Entfaltung der byzanti- nischen Kultur im verbliebenen Reich war davon erstaunlich wenig berührt, ja, wir können geradewegs von einer letzten Blüte im frühen fünfzehnten Jahrhundert sprechen. Unter den vielen Gelehrten der Zeit aber ragt durch seine ungewöhnlichen Gedanken und sein Leben besonders ein Mann heraus, nämlich der Philosoph Georgios Gemistos, genannt Plethon1.

Gemistos distanzierte sich in den späteren Jahren seines langen Lebens – er wurde weit über neunzig Jahre alt – offen vom Christentum und propagierte eine Rückkehr zur alten griechischen Religion in philosophisch überhöhter Form. Und den Mut, das offen zu tun und sich zu diesen Ideen zu bekennen, fand er nicht im byzantinischen Reich, sondern bei seinem Aufenthalt in Italien 1438/39 anlässlich des Unionskonzils von Ferrara und Florenz.

Georgios Gemistos wurde zwischen 1355 und 1360 in Konstantinopel gebo- ren und starb 1452, kurz bevor seine Heimatstadt, die er damals schon lange ver- lassen hatte, durch die Osmanen erobert wurde. Das meiste, was wir an Nachrichten über sein Leben besitzen, bezieht sich aber auf die letzten beiden Jahrzehnte vor seinem Tod, und da er erst dann den Namen Plethon führte, wer- de ich ihn im Folgenden zunächst noch mit seinem wirklichen Namen Gemistos nennen.

Über das Leben des Georgios Gemistos in Konstantinopel wissen wir fast nichts. Er kannte wohl den berühmten Gelehrten Demetrios Kydones persönlich, der als Vertreter der prowestlichen Richtung zum Katholizismus übergetreten war2; aber ob Gemistos auch sein Schüler gewesen ist, wie man vermutet hat, ist nicht sicher. Gemistos soll sich auch in jüngeren Jahren zur Zeit des Sultans Murat, also vor 1389, längere Zeit am osmanischen Hof aufgehalten haben und

1 Grundlegende, teils im folgenden zitierte Literatur: F. SCHULTZE, Georgios Gemistos Plethon und seine reformatorischen Bestrebungen, Jena 1874 – I. MAMALAKIS, Γεώρß γιος Γεμιστός Πλήθων, Athen 1939 – F. MASAI, Pléthon et le platonisme de Mistra, Paris 1953 – CH. SOLDATOS, Γεώργιος Γεμιστώς Πλήθων, Athen 1973 – CH. WOODHOUSE, George Gemi- stos Plethon, The last of the Hellenes, Oxford 1986 – W. BLUM, Georgios Gemistos Plethon. Politik, Philosophie und Rhetorik im spätbyzantinischen Reich (1355–1452), Stuttgart 1988 – S. SPENTZAS, Γ. Γεμιστός-Πλήθων, oÖ φιλόσοφος τοuq Μυστρaq, Athen 1990 – J. MONFASANI, Platonic Paganism in the Fifteenth Century, in: M. A. DI CESARE (ed.), Reconsidering the Renaissance (Medieval and Renaissance Texts and Studies 10), Binghanton 1992, 45–61. — Eine vollständige Aufarbeitung der weitläufigen Literatur zu Plethon kann im Folgenden nicht geboten werden.

2 BLUM a.O. 1.

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dort von einem Juden namens Elisaios unterrichtet worden sein3. Es ist aber nicht sicher, ob dieser Aufenthalt wirklich stattgefunden hat, denn der einzige Bericht darüber wurde erst Jahrzehnte später nach seinem Tod verfasst und stammt von Gemistos’ erbittertstem Feind Georgios Scholarios4, von dem noch die Rede sein wird. Da die Geschichte vom Aufenthalt des Gemistos bei den Ungläubigen von Scholarios dazu benützt wird, den Ursprung seiner häretischen Ansichten zu erklären, ist es durchaus möglich, dass er sie in polemischer Absicht frei erfunden hat – auch wenn man zugeben muss, dass spätere Werke des Gemistos deutliche Einflüsse der islamischen Philosophie aufweisen5.

Zu einer unbekannten Zeit, wahrscheinlich zwischen 1407 und 1413, verließ Georgios Gemistos Konstantinopel und lebte von da an bis zu seinem Tod in Mistra auf der Peloponnes, der Hauptstadt der dortigen byzantinischen Be- sitzungen. Die Peloponnes wiederum verließ er, soweit es aus den Quellen hervorgeht, zu Lebzeiten nur noch einmal, als er mit der byzantinischen Delega- tion auf das Konzil nach Italien fuhr. Wir wissen weder, wann Plethon Konstantinopel den Rücken kehrte, noch ob er wirklich wegen seiner gottlosen Ansichten ausgewiesen wurde, wie es Georgios Scholarios behauptet, denn er könnte auch aus eigenem Entschluss wegen des gefährlichen Lebens im ständig bedrohten Konstantinopel Zuflucht an einem besser gesicherten Ort gesucht haben.

Gegen die angebliche Gottlosigkeit des Gemistos wenigstens in dieser Zeit spricht, dass dieser in Mistra rasch zum Vertrauten der Kaiserfamilie aufstieg, insbesondere zum Vertrauten des Theodoros Palaiologos, des zweiten Sohns des Kaisers Manuel, der dort seit 1407 als Gouverneur regierte6. Theodoros war seit 1420 verheiratet mit Cleope Malatesta aus Rimini, einer Nichte von Papst Martin V. Cleope war, wie man den Quellen entnehmen kann, bei der Bevölke- rung und am Hof sehr beliebt. Ihr plötzlicher Tod 1433 im Verlauf ihrer ersten Schwangerschaft rief große Trauer hervor, und unter den zahlreichen Trauerre- den befindet sich auch eine, die von Gemistos verfasst wurde7.

Einige Jahre nach dem Tod der Cleope reiste Kaiser Johannes Palaiologos 1437 zum Konzil nach Ferrara und Florenz, das die Union mit der katholischen Kirche herbeiführen sollte. In seiner Begleitung befanden sich nicht nur die

3 Dazu vgl. MASAI a. O. 55–59, und zuletzt M. BALIVET, Culture ouverte et échanges inter- religieux, in: E. ZACHARIADOU (ed.), The Ottoman Emirate, Rhethymnon 1993, 1–7, hier 2. 5.

4 Gennadios Scholarios, Œuvres complètes, ed. L. PETIT, IV, Paris 1935, 162.

5 F. TÄSCHNER, Georgios Gemistos Plethon, ein Beitrag zur Frage der Übertragung von isla- mischem Geistesgut nach dem Abendlande, Der Islam 18 (1929) 236–243; WOODHOUSE 71.

6 Die politischen Theorien des Gemistos, wie wir sie aus seinen Mahnreden an Theodoros und Manuel kennen, und die damit zusammenhängenden Probleme können in unserem Zusammenhang nicht behandelt werden. Zu ihnen vgl. u. a. BLUM 36–44. 151–187; L. MPARTZELIOTES, ÖO ÖEλληνοκεντρισμo?ς καi? οiÖ κοινωνικοπολιτικe?ς iöδeßες τοuq Πλήθωνος, Athen 1989; TH. NIKOLAU, ΑiÖ περi? πολιτεíας καi? δικαίου iöδέαι τοuq Γ. Πλήθωνος Γεμιστοuq, Athen 1989.

7 S. LAMPROS, Παλαιολόγεια καi? Πελοποννησιακά IV, Athen 1930, 161–175.

Plethon in Italien 81

wichtigsten orthodoxen Kirchenmänner der damaligen Zeit, sondern auch eine Gruppe von sechs Laien, unter ihnen Georgios Gemistos. Ebenso war auch Georgios Scholarios Mitglied der Delegation.

Gemistos gehörte schon seit Jahren zum Kreis der Personen, bei denen Kaiser Johannes wegen des Problems der Kirchenunion Rat suchte. Bei einem früheren Aufenthalt des Kaisers in Mistra hatten Johannes und er 1428 ein Gespräch über die geplante Union geführt. Gemistos riet damals dem Kaiser von dem Projekt ab und gab ihm den Rat, er solle, wenn er schon an einem Konzil teilnehmen wollte, wegen der geringeren Größe der orthodoxen Delegation wenigstens darauf bestehen, dass beide Seiten bei Abstimmungen die gleiche Stimmenzahl hätten8. Johannes verübelte Gemistos seine Ablehnung der Union nicht, wie es scheint, und sein Bruder Theodoros bestätigte in dieser Zeit auch eine Land- schenkung an Gemistos und seine Söhne mit einer Silberbulle9. Ob der Grund für die Einstellung des Gemistos zur Kirchenunion aber seine Liebe zur Ortho- doxie war, oder ob er, da seine innere Distanzierung vom Christentum damals schon lange begonnen hatte, durch eine Union einen Machtzuwachs der Kirche insgesamt fürchtete und deshalb von dem Unternehmen abriet, wird sich wohl nicht mehr feststellen lassen.

Welche Rolle spielte Gemistos nun auf diesem Konzil? Er war, wie wir dem ausführlichen Bericht über das Konzil aus der Feder des Konstantinopler Geistli- chen Silbestros Syropulos entnehmen können, Mitglied des Ausschusses, der von der orthodoxen Seite aus die Sitzungen vorbereiten sollte, gemeinsam mit Bessarion und den Erzbischöfen Isidoros von Kiev und Markos Eugenikos von Ephesos10. Von diesen waren Gemistos und Markos Eugenikos Gegner, Bessa- rion und Isidoros Befürworter der Union. Offenbar hatte man also schon bei der Zusammenstellung der Delegation darauf geachtet, Vertreter beider Richtungen in gleicher Zahl zu beteiligen.

Trotz der religiösen Meinungsunterschiede blieb das Verhältnis des Gemistos zu Bessarion und den anderen Befürwortern der Union freundlich, und er selbst pflegte gute Kontakte zur katholischen Geistlichkeit und zu den Humanisten in der Stadt, obwohl der Kaiser angeordnet hatte, alle Kontakte sollten, um eine einheitliche Linie der Delegation zu bewahren, nur von zwei Sprechern durch- geführt werden11. Doch mag sich diese Anweisung auch nur auf die offiziellen Gespräche im Rahmen des Konzils bezogen haben.

In dem Bericht des Silvestros Syropulos wird Gemistos nur selten erwähnt. Nur ein einziges Mal hielt Gemistos eine größere Rede, in der er den orthodoxen Standpunkt in der Frage des filioque vertrat, also der Frage, ob der heilige Geist

8 V. LAURENT, Les «Mémoires» du Grand Ecclésiarque de l’Église de Constantinople Sylvestre Syropoulos sur le concile de Florence (1438–1439), Paris 1971 (im Folgenden = Syropulos), 310, 33 – 312, 17.

9 S. LAMPROS IV (wie oben Fußnote 7), 104–105. 10 Syropulos 318, 25–28.
11 Syropulos 320, 1–2.

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nur aus dem Vater oder aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht. Anlass für diesen Auftritt war, dass die Lateiner gefälschte alte griechische Akten des Konzils von 787 vorgelegt hatten, in deren Text das filioque nachträglich eingefügt war. Plethon sagt hier12:

„Wenn die römische Kirche eure Lehren aus Büchern und durch einen Histo- riker, der darüber geschrieben hat, beweisen könnte, was ihr jetzt sagt, hätten doch die, die das lateinische Dogma verteidigen, etwas sehr Überflüssiges getan, ich meine Thomas (von Aquin) und die vor ihm, wenn sie sich durch viele Reden und Schriften zu beweisen bemühten, dass jener Zusatz wohlbegründet und richtig von eurer Kirche vorgenommen worden sei, aber den wichtigsten Beleg für eure Lehre übersehen haben, als hätten sie gar nichts damit zu tun. Statt aller Hypothesen und Syllogismen, die sie vorbrachten, hätte es dann ja genügt, einfach zu sagen: Der Zusatz findet sich im Glaubensbekenntnis, das mit diesem Zusatz auf dem siebten Konzil verlesen und bestätigt worden ist. Weil es aber in keiner Weise aus dem siebten Konzil hervorgegangen ist, deshalb haben auch die nichts davon erwähnt, die für die Lateiner geschrieben haben.“

Von dieser Rede abgesehen, war Gemistos, soweit es dem Bericht des Syro- pulos zu entnehmen ist, bei den Verhandlungen eher schweigsam. Überliefert ist uns aber ein interner Auftritt vor der Delegation: Als nämlich bei der Diskussion um das Fegefeuer, dessen Existenz die orthodoxe Kirche bis heute ablehnt, Kaiser Johannes die Orthodoxen aufforderte, unvoreingenommen in die Sitzung zu gehen und keine der widersprechenden Ansichten von vorneherein zu verwerfen, soll Gemistos, wieder nach dem Bericht des Syropulos, Folgendes gesagt haben13: „Ich kenne den Kaiser seit langen Jahren, aber ich habe noch nie etwas Schlimmeres aus seinem Mund gehört, als was er jetzt gesagt hat. Denn wenn wir die Lehre unserer Kirche zu bezweifeln anfangen, brauchen wir auch nicht mehr glauben, was sie lehrt. Und was könnte Schlimmeres geschehen?“

Gemistos verteidigte auf dem Konzil also die Orthodoxie14, aber er hatte, wie verschiedene andere Delegationsmitglieder auch, gegenüber dem Kaiser keinen Erfolg. Die Union musste zustande kommen, koste es was es wolle, und sie kam auch zustande. Die Unionsgegner wurden zuletzt überstimmt, und Gemistos verließ das Konzil vorzeitig zusammen mit dem Bruder des Kaisers, Demetrios Palaiologos, wohl um bei dessen Abschluss nicht anwesend sein zu müssen15.

Später schrieb Gemistos einen Brief an Bessarion16, in dem er sein Schweigen auf dem Konzil damit begründet, es habe ihm als Laie in Anwesenheit von

12 Syropulos 330, 26 – 332, 8.
13 Syropulos 368, 14–16.
14 Über die Stellung Plethons zur filioque-Problematik vgl. auch J. MONFASANI, Pletone,

Bessarione e la processione dello Spirito Santo, in: P. VITI (ed.), Firenze e il Concilio del 1439, Florenz 1994, 833–859.

15 Syropulos 460, 22–25.

16 Plethon, Traité de lois, ed. C. ALEXANDRE, Paris 1858 (Ndr. Amsterdam 1966), 311–312 (Appendix 8).

Plethon in Italien 83

Priestern nicht zugestanden, über theologische Fragen zu diskutieren. Dann be- schwert er sich über die Behandlung der Unionsgegner, besonders des Bischofs von Ephesos, durch die übrigen Mitglieder der Delegation, und schließt mit den Worten: „Diejenigen, die sich dort geeinigt haben, haben erklärt, dass die Einigung nicht zustande kam, weil sie durch Argumente überzeugt wurden, und deshalb haben sie, als sie hierher zurückkamen, mit Ausnahme Weniger das Vereinbarte ignoriert, und was die Unseren von diesen halten, verschweige ich dir zuliebe.“

Würden wir Gemistos nur aus dem Bericht des Syropulos über das Konzil von Ferrara und Florenz kennen, müssten wir ihn für einen eher konservativen orthodoxen Christen halten17. Aber seine negative Einstellung zur Kirchenunion kann, wie schon gesagt, auch andere Motive gehabt haben, als es zunächst den Anschein hat.

Dass Gemistos beim Konzil nur so selten erwähnt wird, hat nämlich offenbar auch den Grund, dass er gar nicht regelmäßig an den Sitzungen teilnahm: Wie es scheint, verbrachte er den Hauptteil seiner Zeit damit, vor den Humanisten der Stadt die platonische Philosophie zu lehren, und das mit großem Erfolg. Erst in Florenz fand Gemistos die Gelegenheit und wohl auch den Mut, seine religiösen und philosophischen Ansichten offen darzulegen, und erst seit dieser Zeit führte er auch den Namen Plethon, unter dem er in der Nachwelt berühmt geworden ist.

Plethon bedeutet der ‚Gefüllte‘ oder ‚Angefüllte‘, zu verstehen wohl als ‚der von Weisheit erfüllte‘; das ist eine recht getreue Übersetzung des gut neugrie- chischen Familiennamens Gemistos, der eben ‚gefüllt‘ bedeutet, in eine alter- tümlichere Sprachstufe. Gleichzeitig schwingt wohl auch der Anklang an den Namen Platon mit, obwohl man bedenken sollte, dass die Ähnlichkeit der Worte Platon und Plethon in der westlich-lateinischen Aussprache viel größer ist als in der griechischen18.

Die Annahme dieses Namens Plethon markiert einen weiteren Schritt in der persönlichen Entwicklung des Gemistos, die in den folgenden Jahren endgültig weg vom Christentum und hin zu einem platonisch geprägten Neuheidentum führen sollte. Und dieser Wendepunkt wird in der 1986 erschienenen Monogra- phie über den Philosophen von Christopher Woodhouse in sehr eleganter Weise zur Gliederung des Buchs herangezogen, denn er unterteilt es in einen ersten Teil, der mit Gemistos, und einen zweiten, der mit Plethon überschrieben ist19.

Plethon, wie er von nun an auch hier genannt werden soll, schrieb später selbst über seine Auftritte vor den italienischen Humanisten und erwähnte auch dabei namentlich Ugo Benzi, einen aus Siena stammenden bekannten Theologen

17 Er verfasste sogar nach dem Konzil noch eine Schrift über den Ausgang des Heiligen Geistes, die um 1450 publiziert wurde, vgl. dazu MASAI 389–392.

18 Vgl. A. HEISENBERG in BZ 31 (1931) 126: „Gemistos war vulgär, Plethon die gelehrte Übersetzung, beide verhalten sich nicht anders als Holzmann und Xylander.“

19 WOODHOUSE 1–188 und 189–379.

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und Arzt, den er durch seinen philosophischen Vortrag überzeugt haben will20. Freilich bestand der Erfolg von Plethons Auftreten, wie es scheint, vor allem darin, dass er den Anwesenden das Gefühl vermittelte, einem wieder auferstan- denen griechischen Philosophen der Antike gegenüberzustehen. Eine Rezeption seines Gedankenguts in Italien ist außer im Werk des Lauro Querini21 in den folgenden Jahren kaum festzustellen, was allein schon durch sprachliche Schwierigkeiten bedingt sein mag, denn die meisten italienischen Humanisten beherrschten damals das Griechische nicht22. So mag auch ein Körnchen Wahr- heit in der Bemerkung des Georgios Scholarios stecken, Plethon habe den Ita- lienern in Florenz soviel von der Kunst der Philosophie vermittelt, wie er selbst von der Kunst des Tanzens verstand23.

Von dieser eher allgemeinen Art war wohl auch die Begeisterung, die der Fürst von Florenz selbst, Cosimo de’ Medici, nach dem späteren Bericht des Humanisten Marsilio Ficino gegenüber Plethon empfand. Ficino beginnt das Vorwort zu seiner Übersetzung des Neuplatonikers Plotinos mit den Worten24: „Der große Cosimo, der auf Senatsbeschluss zum Vater des Vaterlands ernannt war, hörte zu jener Zeit, als unter dem Papst Eugenius in Florenz ein Konzil zwischen Griechen und Lateinern abgehalten wurde, häufig einen griechischen Philosophen namens Gemistos, mit Beinamen Plethon, gewissermaßen einen zweiten Platon, über die platonischen Mysterien diskutieren. Von seinem feuri- gen Mund wurde er in kurzer Zeit so begeistert und so angeregt, dass er seitdem mit edlem Sinn eine Akademie plante, die er zu geeigneter Zeit gründen wollte.“

Bis zur tatsächlichen Gründung der platonischen Akademie dauerte es nach dem Konzil noch zwanzig Jahre, nämlich bis zum Jahr 145925. Marsilio Ficino selbst war zur Zeit des Konzils noch ein Kind und kann Plethon höchstens aus

20 Georgii Gemisti Plethonis Contra Scholarium pro Aristotele obiectiones, ed. E. V. MALTESE, Leipzig 1988, 3, 5–10. – Eine Einladung der griechischen Delegation einschließlich Gemistos bei dem Kardinal Giulio Cesarini, auf der auch über Philosophie diskutiert wurde, erwähnt Syropulos 258, 5–29. Zu Benzi und seinem Verhältnis zu Gemistos vgl. D. P. LOCKWOOD, Ugo Benzi, Medieval Philosopher and Physician 1376–1439, Chicago 1951, 31. 155. 157; Syropulos 259 Fußnote 4.

21 Vgl. H.-V. BEYER, Lauro Querini, ein Venezianer unter dem Einfluss Plethons, JÖB 44 (1994) 1–19.

22 Dieser Umstand wird von MONFASANI, Paganism (wie Fußnote 1) 54 hervorgehoben. Der zitierte Passus aus Plethon (Fußnote 20) unterstellt allerdings, dass er selbst ein direktes Ge- spräch mit Benzi geführt hat, und sei es mit Hilfe eines Dolmetschers. Der aus Kreta stam- mende Lauro Querini beherrschte das Griechische und bildete hier wohl eine Ausnahme.

23 Gennadios Scholarios IV (wie oben Fußnote 4), 4. – Die Italiener waren eher, wie er bemerkt, an den Werken der antiken Dichtung interessiert, wie denen Homers und Vergils.

24 Marsilio Ficino, Vorrede zur Übersetzung des Plotinos, in: Opera, Basel 1576 (Ndr. Turin 1962) II, fol. 1537.

25 Vgl. im Folgenden P. O. KRISTELLER, Die platonische Akademie von Florenz, in DERS., Humanismus und Renaissance II, München 1976, 101–114; A. FIELD, The Origins of the Platonic Academy of Florence, Princeton N.J., 1988.

Plethon in Italien 85

der Entfernung gesehen haben. Cosimo de’ Medici war es später, der seine Fähigkeiten erkannte und ihm seine Studien ermöglichte, die ihm zu einem berühmten Kenner Platons machen sollten. Marsilio Ficino wiederum übte über seine Schüler eine große Wirkung auf die Entwicklung des Humanismus aus, über Johannes Reuchlin bis hin zu Philipp Melanchthon.

Die große Resonanz, die Plethon in Florenz fand, muss in ihm auch eine gewisse Zuversicht, um nicht zu sagen: eine Euphorie ausgelöst haben, er könnte seinen religiösen und politischen Ideen tatsächlich zum Durchbruch verhelfen. Wenigstens behauptete das später einer seiner Gegner, Georgios Trapezuntios, der über Plethon schrieb26: „Ich habe ihn in Florenz gehört, denn er war mit den Griechen zum Konzil gekommen, wie er versicherte, die ganze Welt würde nach wenigen Jahren mit einer Seele, einem Sinn und einer Verkündigung ein und dieselbe Religion annehmen. Als ich ihn fragte: Die Christi oder die des Mohammed?, da sagte er: Keine davon, sondern eine, die sich nicht vom Heidentum unterscheidet.“ Und diese Aussage soll Plethon, wie Georgios Trapezuntios fortfährt, noch bis kurz vor seinem Tod in Mistra wiederholt haben.

Die italienische Renaissance hatte um diese Zeit eine hoch entwickelte Porträtkunst hervorgebracht, und nur von wenigen byzantinischen Kaisern gibt es Bilder, die an Porträtähnlichkeit den damals in Italien entstandenen Bildern des Kaisers Johannes Palaiologos gleichkommen dürften. Johannes wurde von Pisanello auf einer Medaille dargestellt, und durch einen Vergleich mit dieser Medaille ist er auch auf einigen zeitgenössischen oder fast zeitgenössischen Fresken eindeutig zu erkennen27. So trägt der Kaiser Konstantin im Kreuzauffin- dungszyklus des Piero della Francesca in Arezzo seine Züge, ebenso wie einer der heiligen drei Könige auf den Fresken in der um 1459 von Benozzo ausgemalten Kapelle des Medici-Palasts. Und da stellt sich doch die Frage, ob auf einem Bild aus dem Umkreis des Konzils vielleicht ein ungewöhnlich wür- diger Greis zu sehen sein könnte, den man mit Gemistos identifizieren könnte. Tatsächlich vermutet Silvia Ronchey, dass in der Medici-Kapelle möglicherwei- se die ganze byzantinische Delegation abgebildet ist. Plethon könnte dann der Mann mit dem lockigen Bart und der Haube sein, der links hinter einem der Könige zu sehen ist28.

Plethon selbst hat in Florenz sein philosophisches Hauptwerk verfasst, das unter dem Titel Über die Unterschiede zwischen Platon und Aristoteles bekannt ist29. Darin verfocht er den Platonismus so konsequent, dass seine philoso-

26 Georgius Trapezuntius, Comparatio philosophorum Aristotelis et Platonis, Basel 1523, fol. V6v; vgl. MONFASANI, George of Trebizond, Leiden 1976, 39–40.

27 Vgl. hierzu auch den Beitrag von E. WOLLNY-POPOTA im selben Band.

28 Vgl. demnächst S. RONCHEY, Piero della Francesca e la flagellazione di Bisanzio (erscheint voraussichtlich 2005).

29 L. MPARTZELIOTES, ÖH κριτικh? τοuq öAριστοτeßλους παρa? Πλhßθωνι, Athen 1980; DERS. (ed.), Πλατωνισμo?ς καi? öArιστοτελισμo?ς κατa? τo?ν Πλhßθωνα, Athen 1987.

86 Albrecht Berger

phische Spekulation endgültig in der offenen Ablehnung des Christentums mündete. Die Humanisten von Florenz scheinen darin kein ernsthaftes Problem gesehen zu haben, etwa in dem Sinn, dass Plethons persönliche Sicherheit durch das öffentliche Vertreten dieser Auffassungen ernsthaft gefährdet worden wäre30. Und auch am Hof in Mistra und Konstantinopel scheint man Plethon seine Extravaganzen nachgesehen zu haben. Es ist aber doch bemerkenswert, wie Plethon besonders in seinen späten Jahren, wenn er auf ein Mitglied des Kaiserhauses eine Trauerrede hielt, dem Christentum auf möglichst neutrale Weise aus dem Weg zu gehen versuchte.

Schon 1433, als er in der Trauerrede für Cleope Malatesta ihren Mann Theodoros mit langen Ausführungen über die Unsterblichkeit der Seele zu trösten versuchte, weist nur noch ein einziger Satz darauf hin, dass wir uns in einem christlichen Milieu befinden. Plethon schreibt nämlich31: „Der Beweis für ihre Frömmigkeit war ihre Verehrung Gottes, die sie mit andauerndem Beten und Fasten nach unserem Brauch aufwies.“ In der 1450 entstandenen Trauerrede zum Tod der hochbetagten Mutter des Kaisers fehlt auch ein solcher dezenter Hinweis; Plethon schreibt unter anderem32:

„Es existiert ein einziger Gott, er steht an der Spitze des Alls, er ist Schöpfer und Urquell aller Dinge, er ist im allerhöchsten Maß der Gute. Niemand wird diese Glaubenssätze ablehnen, wenn er sie selbst überdenkt, und ein jeder wird sich ihnen beugen, wenn er sie von Leuten hört, die sie für wahr halten – es sei denn, es hätte jemand seinen Verstand arg verwirrt. Aber auch das folgende wird ein jeder als Glaubenssatz anerkennen: Zwischen diesem Gott und uns gibt es eine natürliche vermittelnde Wesenheit.“ Nach diesen Worten folgen einige Ausführungen mit Argumenten für die Unsterblichkeit der Seele, und dann heißt es: „Auf Grund dieser und ähnlicher Überlegungen, die allesamt hier aufzu- führen nicht der rechte Ort ist, wissen wir: Die ältesten und die berühmtesten unter den Völkern der Erde, von denen wir heute noch Kenntnis haben, waren alle vom festen Glauben an die Unsterblichkeit der Seelen erfüllt, so die Iberer, Kelten, Etrusker, Thraker, die Griechen und Römer, die Ägypter, Meder und Inder sowie jene von den übrigen Völkern, die noch einen gewissen Bekannt- heitsgrad unter den Menschen hatten.“

Hauptanliegen Plethons war also, wie wir hier sehen, ein abstrakter Mono- theismus mit einem Gottesbild, das sich mit allen großen Weltreligionen, soweit sie ihm bekannt waren, in Übereinstimmung bringen ließ. Und wo er andernorts die Rückkehr zu den alten griechischen Göttern propagiert, werden sie von ihm in neuplatonischer Weise philosophisch ausgedeutet. So symbolisiert Zeus das

30 Auf die angebliche Entstehung eines Neuheidentums im Italien dieser Zeit haben seine Auftritte in Florenz offensichtlich nicht eingewirkt, vgl. MONFASANI, Paganism 53–58.

31 LAMPROS IV (wie oben Fußnote 7), 161–175, hier 167, 13–14; Übersetzung bei BLUM 99.

32 LAMPROS a. O. III, Athen 1926, 266–280, hier 275, 10–14 und 279, 3–8; Übersetzung bei BLUM 107–109.

Plethon in Italien 87

Sein, Poseidon die Aktualität, Hera die Potentialität, Apollon die Identität und so weiter33.

Plethons Eintreten für die Philosophie Platons brachte ihn in heftigen Streit mit den Anhängern des Aristotelismus, vor allem mit Georgios Scholarios. Dieser war in Florenz ein Befürworter der Union gewesen und hatte danach sogar die Werke des Thomas von Aquin ins Griechische übersetzt. Aber einige Jahre nach dem Konzil, 1445, wechselte er seine Ansichten radikal und wurde schließlich zum Anführer der Unionsgegner – wovon die gegenseitige Polemik mit Plethon allerdings unberührt blieb34.

Plethon vertrat nach der Rückkehr aus Italien seine religiösen und philosophischen Ansichten auch in Mistra offen, und er schrieb nun die Νóμων συγγραφή nieder, einen philosophischen Traktat in Gestalt einer Gesetzessamm- lung, in dem er sein über die Jahre hinweg entstandenes Weltbild zusammen- fasste35. Für sein persönliches Ansehen und seine Sicherheit hatte all das anscheinend keine Folgen, denn durch seine Beziehungen zum Kaiserhaus und wohl auch wegen seines hohen Alters war er mittlerweile unantastbar geworden.

Dass die Freiheit im Wort, die er in Anspruch nehmen konnte, damals nicht für alle galt, führt uns noch im Jahr 1451/52 der Prozess gegen einen Gottesleugner namens Iubenalios in Konstantinopel vor Augen, der mit dessen Tod auf dem Scheiterhaufen endete36.

Plethon starb im Juni 1452, fast hundert Jahre alt37; das Schlimmste, nämlich die Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen noch erleben zu müssen, blieb ihm erspart.

Inzwischen waren erst Theodoros, dann Johannes Palaiologos gestorben, und so bestieg ihr jüngerer Bruder Konstantinos 1448 als letzter byzantinischer Kaiser den Thron. Konstantinos führte 1450 die Union tatsächlich durch, und Georgios Scholarios musste sich ins Konstantinopler Pantokratorkloster zurück- ziehen, wo er unter dem Namen Gennadios Mönch wurde. Als dann 1453 die Osmanen Konstantinopel eroberten, geriet er in Gefangenschaft, wurde nach Adrianopel verschleppt und als Sklave verkauft.

Sultan Mehmet erkannte schnell, dass er die Stadt nur halten konnte, wenn er der verbliebenen griechischen Bevölkerung entgegenkam, und das tat er durch

33 BLUM 62–69.

34 Zu Georgios/Gennadios vgl. unter anderem Th. H. ZESES, Γεννaßδιος Β’ Σχολaßριος, Thes- salonike 1980; A. ANGELU, ÖO Γεννaßδιος Σχολaριος καi? hÖ ÄAλωση, in: E. CHRYSOS, (Hrsg.), ÖH ÄAλωση τhqς Πoßλης, Athen 1980, 99–133.

35 Traité de lois, ed. C. ALEXANDRE (wie oben Fußnote 16). – Vgl. auch unten Fußnote 40.

36 Dass es eine wie auch immer geartete Verbindung zwischen Iubenalios und Plethon gege- ben hätte, ist den Quellen aber nicht zu entnehmen, vgl. die Bemerkungen von MONFASANI, Paganism 59 zu MASAI 300–302 und WOODHOUSE 35. 225. 271–72. 315–318.

37 WOODHOUSE 357; BLUM 5–6; J. IRMSCHER, Die Epitaphe auf Georgios Gemistos Plethon, JÖB 44 (1994) 187–191. – Zum vermuteten späteren Todesdatum 1454, das sich unter ande- rem aus den Werken des Georgios Trapezuntios ergibt, vgl. J. MONFASANI, George of Trebi- zond (wie oben Fußnote 26) 166. 170.

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die Ernennung eines neuen, unionsfeindlichen griechischen Patriarchen, nämlich eben Gennadios Scholarios. Und so wurde dieser ausfindig gemacht, nach Kon- stantinopel gebracht und zum neuen Patriarchen ernannt.

Die Herrschaft der Palaiologen auf der Peloponnes bestand nach 1453 noch einige Jahre weiter, immer am Rand eines Bürgerkriegs und unter dem ständigen Druck der Osmanen. Dann, im Jahr 1458, drangen die Osmanen wieder in die Peloponnes ein und besetzten zunächst den nordwestlichen Teil, in dem Deme- trios Palaiologos, ein Bruder des letzten Kaisers, als Despot regiert hatte. Deme- trios ergab sich, wurde mit seiner Familie nach Konstantinopel gebracht und beendete sein Leben auf einem Landgut in Thrakien mit einer Pension des Sultans38. Im Besitz seiner Frau Theodora, den sie mit ins Exil nahm, befand sich auch die Handschrift von Plethons Gesetzen. Theodora übergab sie in Konstantinopel der Kirche, und Gennadios sorgte 1462 dafür, dass Plethon offiziell verdammt und seine Werke feierlich verbrannt wurden39. Von den Gesetzen sind deshalb heute nur noch Fragmente erhalten40.

1460 schließlich besetzten die Osmanen auch den Südosten der Peloponnes, und der letzte Despot Thomas, der jüngste der Brüder, floh mit seiner Familie nach Italien41. Er wandte sich in Italien zunächst an Sigismondo Malatesta, den Fürsten von Rimini und Cousin der verstorbenen Cleopa, dann nach Rom, wo er 1464 starb42.

Zur Zeit seiner Ankunft war Sigismondo nach einer langen, glanzvollen Herrschaft in große politische Schwierigkeiten geraten, er hatte sich mit dem Papst überworfen, weite Teile seines Landes verloren und war schließlich als Feind des Glaubens exkommuniziert worden. 1462 erreichte er aber seine Reha- bilitierung, und nach dem Tod des Thomas Palaiologos wurde er vom Papst und der Republik Venedig beauftragt, mit einer Söldnertruppe gegen die Peloponnes zu ziehen43.

Der Erfolg des Unternehmens war aber nicht von Dauer, denn die Zahl der italienischen Söldner war zu gering, um gegen die Osmanen auf Dauer etwas ausrichten zu können. Sigismondo zog sich 1466 wieder zurück, und von dem

38 Vgl. D. ZAKYTHINOS, Le Despotat grec de Morée I, Paris 1930, 256–260.
39 Zu den Umständen der Zerstörung vgl. MONFASANI, Paganism 49.
40 Der Anteil der erhaltenen Partien am ursprünglichen Werk ist allerdings erheblich größer

als zumeist angenommen und beträgt mehr als die Hälfte, so MONFASANI, Paganism 49–52.
41 ZAKYTHINOS a. O. 267–274.
42 Im folgenden vgl. G. SORANZO, Sigismondo Pandolfo Malatesta in Morea e le vicende del

suo dominio, Atti e memorie della r. deputazione die storia patria per le provincie di Romagna s. IV, 8 (1918) 211–280; S. RONCHEY, Una alleanza dinastica per rifondare Bisanzio, BZ 93 (2000) 521–567.

43 Nach RONCHEY nahm Sigismondo den Auftrag wahrscheinlich auch deshalb gern an, weil von den letzten Palaiologen – den Brüdern Johannes, Theodoros, Andronikos, Konstantinos, Demetrios und Thomas – nur der Letztgenannte minderjährige Söhne hinterlassen hatte und Sigismondo deshalb durch seine Verwandtschaft mit der Familie gute Aussichten besaß, im Fall eines Erfolgs den neubegründeten byzantinischen Thron in Mistra zu besteigen.

Plethon in Italien 89

ganzen Unternehmen blieb nur ein dauerndes Ergebnis, nämlich die Überfüh- rung von Plethons Leichnam aus Mistra nach Rimini. Plethon wurde dort in einem Sarkophag in einer Außennische des Tempio Malatestiano beigesetzt, jenes Mausoleums der Familie, das Sigismondo 1450 in seiner Heimatstadt errichtet hatte44, und mit folgender Inschrift versehen45:

„Sigismundus Pandulfus Malatesta, Sohn des Pandulfus, der den Peloponne- sischen Krieg gegen den Herrscher der Türken anführte, hat wegen seiner heiß brennenden Liebe zu Iemistius von Byzanz, dem Fürsten der Philosophen seiner Zeit, Sorge getragen, dass die Überreste des Gelehrten 1465 hierher gebracht und hier beigesetzt wurden.“

Über die Umstände der Bergung von Plethons Leichnam haben wir keine Nachrichten, denn weder in den zahlreichen Briefen, die zwischen Sigismondo und den Behörden der Republik Venedig hin- und hergingen und vor allem die Finanzierung des Feldzugs betrafen, noch in Sigismondos Berichten über seine Erfolge in Morea ist auch nur mit einem Wort von diesem Ereignis die Rede46. Wir wissen nur, dass es Sigismondo zwar gelang, im August 1464 vorüber- gehend die Stadt Mistra, nicht aber die darüber liegende Burg zu besetzen, die von der türkischen Besatzung gehalten wurde47. Die Entnahme aus dem Grab in Mistra muss also mit einem großen Risiko verbunden gewesen und entsprechend hastig vor sich gegangen sein. Und tatsächlich: Als im Jahr 1756 die Sarkophage des Tempio in Rimini geöffnet und untersucht wurden, fand man im Grab Plethons nicht wie in den anderen Gräbern ein ordentlich gebettetes Skelett mit Resten der Kleidung vor, sondern seine Knochen waren zusammengeworfen und in ein rotes Wolltuch gehüllt, das beim Berühren mit einem Stock zerfiel. Der Schädel, so heißt es in dem Bericht, war von ungewöhnlicher Größe und hatte noch ein vollständiges Gebiss48.

So kam Plethon unter äußerst dramatischen Umständen nach seinem Tod nochmals nach Italien, und dort blieb sein Leichnam bis zu seiner kürzlich erfolgten Rückgabe an Griechenland49.

44 Zum Tempio zuletzt: A. TURCHINI, Il Tempio Malatestiano, Sigismondo Pandolfo Mala- testa e Leon Battista Alberti, Cesena 2000, darin zu Plethon 379–384; P. G. PASINI, Il Tempio Malatestiano, Mailand 2000.

45 IRMSCHER (wie oben Fußnote 37) 190; WOODHOUSE 374–375.

46 G. SORANZO, Sigismondo Pandolfo Malatesta in Morea e le vicende del suo dominio, Atti e memorie della r. deputazione di storia patria per le provincie di Romagna S. 4, 8 (1918) 211–280.

47 SORANZO a. O. 231–232.
48 C. RICCI, Il Tempio Malatestiano, Rom 1924, 291–292.
49 Zur Äußerung des Georgios Trapezuntios über das Grab in Rimini vgl. MONFASANI,

George (wie oben Fußnote 26) 384 mit Fußnote 211.

 

 

 

 

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